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Was ist Zen? |
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Zen lässt sich nicht erklären. Es ist ein
Studium durch Praxis und nicht durch
Bücher. Auch lässt es sich nicht predigen.
Jeder muss es selbst realisieren. Zen zu
studieren bedeutet Zen zu praktizieren. Nan-in, ein japanischer Zen-Meister, Ende des 19. Jahrhunderts, empfing einen Professor, der etwas über Zen erfahren wollte, dem Meister aber zunächst lange erzählte, was er alles schon über Zen wusste. Nan-in servierte Tee. Er goss die Tasse seines Besuchers voll und hörte nicht auf zu gießen. Der Professor beobachtete das Überlaufen, bis er es nicht mehr aushalten konnte. „Die Tasse ist voll. Mehr geht nicht hinein!“ rief er erregt. „So wie diese Tasse“ sagte Nan-in, „sind auch Sie voll mit ihren eigenen Meinungen und Spekulationen. Wie kann ich Ihnen Zen zeigen, bevor sie Ihre Tasse geleert haben?“ Gewöhnlich halten wir Menschen das für Wirklichkeit, was wir denken. Wie können wir erfahren, wer wir sind, bevor wir einen Gedanken aufgreifen? Wie leeren wir unsere Tasse? |
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Zazen |
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Im Kern der Zen-Praxis steht die Übung
des Zazen - das Sitzen in der Stille. Wir
sitzen in aufrechter Haltung, richten unsere
Aufmerksamkeit auf einen Fokus aus und
beobachten unseren Geist. Wann immer wir mit unserer Aufmerksamkeit abschweifen, bringen wir sie einfach wieder zum Atem als Bezugspunkt zurück. Wir nehmen eine Haltung reiner Aufmerksamkeit gegenüber allen Phänomenen ein, die während der Übung in Körper und Geist auftauchen, einschließlich aller Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Man könnte Meditation einen Weg nennen, Freundschaft mit sich selbst zu schließen, weil sie eine aggressionsfreie Form des Erlebens darstellt. Die Praxis der Meditation ist ein Weg, das eigene Dasein von Grund auf zu erfahren, jenseits aller Verhaltensmuster und Konzepte. |
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Zen im Alltag |
| Im Zen heißt es: „Der Friede der Welt beginnt in Deinem Herzen.“ Indem wir mit uns selbst Frieden schließen, schließen wir auch Frieden mit den anderen. Zen fängt weder mit dem Sitzen in der Stille an, noch hört es damit auf. Im Alltag muss sich unsere Erfahrung bewähren, vor allem in unseren Beziehungen zu anderen Menschen. Mit Hilfe der Achtsamkeit sollen wir uns in konzentriertem, bewusstem und absichtslosen Tun üben und einen friedvollen Geist pflegen. Ernsthafte Zenpraxis erlaubt keinen Rückzug aus dem Alltag, sondern fordert von uns vielmehr ein großes Herz und ganze Hingabe. Wer nur „für sich“ übt, kreist letztlich um sein Ego und wird keine Fortschritte machen. |
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Zen als Weg |
| Ein Weg entsteht, indem man ihn geht. Ein spiritueller Weg ist ein Lebensweg. Er erfordert Geduld und Ausdauer. Der deutsche Theologe und Mystiker Johannes Tauler (1300-1361) hat die spirituelle Praxis so beschrieben: „Wenn der Mensch in der Übung der inneren Einkehr steht, hat das menschliche Ich für sich selbst nichts. Das Ich hätte gerne etwas und es wüsste gerne etwas und es wollte gerne etwas. Bis dieses dreifache „Etwas“ in ihm stirbt, kommt es den Menschen gar sauer an. Das geht nicht an einem Tag und auch nicht in kurzer Zeit. Man muss dabei aushalten, dann wird es zuletzt leicht und lustvoll.“ |
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